Gegen Dalai Lama?

An Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t.

Ich habe eine Frage nach dem politischen Effekt der Bewegung gegen Dalai Lama in Marburg.

Allerdings weiß ich, dass Dalai Lama nach Marburg kommt, der ein Mitgleid der tibetischen feudalen Herrschaftsklasse ist und sich am westlichen Imperialismus beteiligt. Er und die feudale Herrschaftsklasse sind zu kritisieren.

Jedoch muss auch chinesische Herrschaftsklasse (sogenannte „kommunistische“ Partei) kritisiert werden, weil sie nicht nur chinesische ArbeiterInnenklasse sondern auch tibetische Völker immer zu herrschen versucht. Wenn wir nur Dalai Lama kritisieren würden, könnte dies in der heutigen Konjunktur als Unterstützung für chinesische Herrschaftsklasse gelten. Außerdem kann sich dieses Zerrbild verstärken, weil es viele chinesische Studierende in Marburg gibt, die der Herrschaftsklasse entstammen, chinesische „kommunistische“ Partei unterstützen, oder mindestens nationalistisch(china-imperialistisch) sind.

Ich kann noch nicht verstehen, warum eine (post)operaistische Gruppe eine „stalinistische“ Kritik an Dalai Lama nicht kritisiert. Allerdings weiß ich Ihre Position nicht erschöpfend und meine Frage kann falsch sein.


2 Antworten auf „Gegen Dalai Lama?“


  1. 1 le-f 04. Juni 2009 um 11:45 Uhr

    sicherlich hast du recht, wenn du schreibst, dass auch die chinesische herrschaftsklasse kritisiert werden muss. dies macht beispielsweise auch colin goldner, der in marburg zu gast war. sowohl in seinem vortrag als auch in seinem lesenswerten buch stellt er klar, dass es ihm um die soziale befreiung der menschen in ganz china geht und nicht um das abfeiern des chinesischen staatskapitalismus. eine stalinistische position ist dies nicht. in der brd zu erst den dalai lama zu kritisieren halte ich für richtig, da er es ist, der hier wie ein popstar (nur kritiklos) verehrt wird. „gegen dalai lama“ bedeutet auch gegen seine fans und das transportierte menschen- und gesellschaftsbild stellung zu beziehen. die karma-lehre ist schlicht menschenverachtend, der tibetische buddhismus noch reaktionärer als manch andere religion und die verbindungen zur nazi-szene ist mindestens kritikwürdig.
    auf der seite www.gottkoenig.de findest du einiges an infos zu linker dalai lama-kritik. einige hinweise warum die gruppe dissident religion und somit auch dem tibetischen gottkönig kritisch gegen übersteht gibt es unter http://gruppedissident.blogsport.de/2009/05/14/die-dunkle-seite-der-macht-zur-beweihraeucherung-von-vernunft-hedonismus-und-revolution/

  2. 2 ein Dissident 04. Juni 2009 um 16:51 Uhr

    Sicherlich hast Du recht, wenn Du hervorhebst, dass die KP China zu kritisieren wäre.
    Der Unterschied zum Dalai Lama ist jedoch, dass die KP in Deutschland nicht allzu viele Fans hat, der tibetische Buddhismus jedoch schon. Die Veranstaltung sollte daher auch nicht die KP verteidigen, sondern als diskursive Intervention in einen „Arme Tibeter“ – Diskussion in Deutschland dienen und den Fans des Dalai Lamas vor Augen führen, welche feudalen Verhältnisse sie gut heißen.
    Dies heißt eben nicht sich mit chinesischen Studierenden gemein zu machen, die alle Winkelzüge der KP gut heißen.

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