Das politische Privatleben einer Ruderin

Eine Ruderin hat sich mit einem Mann liiert. Er war ein bekanntes Mitglied der NPD. Wegen der Vorwürfe musste sie das olympische Dorf in London verlassen.

Auf der einen Seite wird sie kritisiert, weil ihr Freund Neonazi ist und sie vielleicht mit seinem Freundeskreis zu tun hat. Dabei wird nicht zwischen dem Privatleben, dem Berufsleben als Sportlerin und dem politische Leben unterschieden. Die andere Kritik schützt zunächst ihr Privatleben. Hier geht es darum, dass die Athletin zur Polizistin ausgebildet werden konnte und zur Sportfördergruppe und zum deutschen Team für Olympia gehören konnte, obwohl ihr Umfeld schon länger bekannt war. Man macht die Landesregierung und den Deutschen Olympischen Sportbund für die Affäre verantwortlich.

Jedoch ist die NPD die legale Partei, die in den zwei Ländern (Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen) im Landtag vertreten ist und staatlich finanziert wird. Wie können die olympische Sportlerin, deren Freund Neonazi ist, und die Behörden, die sie unterstützten, in einem Staat kritisiert werden, in dem die rechtextremistische Partei im Landtag oder Bundestag legtim vertreten sein kann? Dieser Vorwurf ist widersprüchlich.

Allerdings haben die Vorwürfe gegen die menschenverachtenden und reaktionären Kräfte Recht. Aber die Kritik muss logisch und konsequent sein. Um diesen Widerspruch aufzulösen, könnte vor allem ein Verbot der NPD berücksichtigt werden. Jedoch können nur bestimmte Taten bestraft werden. Die Gedankenfreiheit und die Vereinsfreiheit können und dürfen nicht grundsätzlich verboten werden. Wenn eine bestimmte Partei opportunistisch illegalisiert werden kann, kann ein Weg gebahnt werden, auf dem die herrschende Mehrheit nach Bedarf eine Vereinigung einer Minderheit verbieten kann. Deshalb wurde schon die KPD verboten.

Deshalb muss die NPD nicht durch das gesetzliche Verbot, sondern durch die Kritik an der materiellen Grundlage ihrer Entstehung entmachtet werden. Der Rechtextremismus ist ein reaktionärer und auch kapitalistischer Protest gegen die neoliberale und kapitalistische Zerstörung des gesellschaftlichen Lebens. Somit müssen der Neoliberalismus und der Kapitalismus selbst kritisiert werden, die die gesellschaftlichen Grundlagen sind, auf denen die NPD beruht.

Zum Schluss sind die Vorwürfe gegen das Privatleben der Ruderin und die Fehler der Behörden ohne allseitige Kritik am Neoliberalismus und Kapitalismus nicht nur inkonsequent, sondern auch zur wirklichen Entmachtung der NPD unfähig. Allerdings lässt sich diese gründliche Kritik von den Medien und der Regierung kaum erwarten, die kein Interesse an der Aufhebung des Neoliberalismus und des Kapitalismus haben. In diesem Sinne ist dieser Wirbel heuchlerisch, den sie verursachten. (Von Coletta korrigiert)






kostenloser Counter
Poker Blog